Kommt mit uns in eine alte Burg aus dem 15.ten Jahrhundert…

Schon auf dem Weg zu unserer letzten Bleibe ist uns “das Häuschen” auf der linken Seite aufgefallen. Auch der kurze Überflug bei der ersten Lufterkundung der Umgebung am nächsten Morgen scheint vielversprechend…


Von unserer Gastgeberin haben wir dann erfahren dass es sich um eine Burg aus dem 15. Jahrhundert handelt. Natürlich konnten wir unsere Neugier nicht zurück halten. Freundlicherweise weist man uns bereits an der Straße in Richtung Burgeinfahrt – Wirklich sehr aufmerksam! ? Weit kann es also nicht mehr sein…

Ein paar Schritte weiter sind wir dann am Ziel angekommen.

Leider ist das große Tor verriegelt. Da geht’s wohl nicht durch! ☹️ Ausgerechnet heute haben wir natürlich auch unser Lockpicking-Werkzeug vergessen mit zu nehmen… Nina trägt die Haare heute offen ? Machste nix, los geht’s einen neuen Eingang finden! ☝️

Wer aber ein wachsames Auge hat ? dem fällt beim Blick durchs alte Schlüsselloch sofort auf: “Auf der anderen Seite steht das Tor auf! Hier geht’s lang!!”

Also stapfen wir einmal um die Burg herum, vorbei an fiesen stacheligen Pflanzen, rüber auf die andere Seite.

Überall kreucht und fleucht es. Und wenn sich mal ein Vogel oder ein Hase aus Schreck vor uns aus dem kleinen Wäldchen flüchtet, schreckt man schon ein wenig zusammen…

Mit dem ein oder anderen Kratzer am Bein schaffen wir es zu dem Hintereingang. Die Tür steht offen!

Jetzt müssen wir nur noch da hoch kommen, aber es gibt augenscheinlich keine Treppen!!? Wie sollen wir dann da rauf kommen?? … Von stacheligem Grün zugewuchert entdecken wir erfreulicherweise doch die ein oder andere, erhaltene Treppenstufe. Auf geht’s, nur Mut, rein da!

Die Türe besteht aus dickem, schwerem Holz und lässt sich nur sehr mühsam öffnen. Wer hier wohl mal gelebt hat?


Als wir die Tür öffnen stehen wir in einer Art Flur. Der erste Blick fällt direkt auf ein altes Wappen an der rechten Wandseite, es ist nahezu perfekt erhalten.

Wir erkennen eine Krone, eine Blume und ein Kreuz… was soll und das genau sagen!? Ob hier damals ein Geistlicher, oder wohl eher ein König gelebt hat!? Ein Adeliger wohl auf jeden Fall!

Wir sind erstaunt wie aufgeräumt hier alles ist und gehen davon aus, dass bereits die ein oder andere Instandhaltungsmaßnahme vorgenommen worden ist. Sogar der Rasen im Atrium ist gemäht! ? Dennoch scheint hier auch schon länger nicht mehr weiter gearbeitet worden zu sein. Der Staub liegt zum Teil dick auf den herumliegenden Gegenständen und auch die neu wirkenden Dachstühle sind schon mit dicken Spinnweben überzogen.




Wir wagen uns in die oberen Etagen, die Treppen und auch die Wände sind bereits bearbeitet und man hat das Gefühl ein Bauarbeiter kommt gleich um die Ecke – Also, immer ein wachsames Ohr haben!! ?


Es gibt hier wirklich sehr viele Räume, mal kleine, mal große, mal kleinere, mal größere und dann ganz große und auch ganz kleine. Irgendwann haben wir aufgehört zu zählen. Und sogar das Gästeklo haben wir gefunden – aber nicht ausprobiert ????
Ein Architekt wird sich damals wohl nicht viel bei der Raumgestaltung gedacht haben. Nur ein Klo auf der 2.ten Etage??! Echt jetzt!??

An der ein oder anderen Stelle sind an den Wänden noch Reste von Gemälden erhalten geblieben.


Alle Räume haben eine unglaubliche Deckenhöhe und fast jedes Zimmer hat einen großen Kamin, mit einer Mindesthöhe von 1,70m! Da konnte man schon das ein oder andere Feuerchen abfackeln ?


In wirklich jedem Raum gibt es etwas zu entdecken, wenn man sich darauf einlässt. Im “Nordflügel” wurde sehr viel mit Arkaden gearbeitet, wohingegen der “Südflügel” durch seine reich verzierten Holzbalken besticht. Unterschiede sind deutlich erkennbar.


Wer sich über die steile Holzleiter weiter nach oben traut, gelangt in das kleine Turmzimmer. Die Aussicht lohnt sich in jedem Fall! Der Auf- und Abstieg weniger! ?


Die meisten Fenster fehlen. Diejenigen, die erhalten sind, werden gut bewacht! Vielleicht sind sie gerade deswegen auch noch nicht entnommen!? Eins ist klar, wer sich hier verwirrt, schafft es nicht mehr raus…


Über die Burg wissen wir mittlerweile dank Internet Recherche, dass sie ca. 1385 erbaut wurde, und 1431 an Francesco della Veggiola übereignet wurde, weil er zu der Zeit die Politik des Herzogs von Mailand, Filippo Maria Visconti, erfolgreich unterstütze. 16 Jahre konnte er sich an der Burg erfreuen, ehe er sich wegen des Verdachts auf Hochverrat in dem Turmzimmer selbst erhängte. Daraufhin ging die Burg an die Familie Paveri-Fontana über und im 18. Jahrhundert an die Familie Rizzi. Soweit wir herausfinden konnten, war die Burg nie Schauplatz überlieferter, geschichtlicher Ereignisse. Vielleicht erklärt dies den guten Zustand der Burg!

(Er baute ein Haus für sich und seine Nachkommen.)
Über 2.700 m² ist sie groß und verfügt über einen 49.000 m² großen Park aus monumentalen und stattlichen Eichen. Einige der Bäume könnten also durchaus die gesamte Geschichte dieses Anwesens mitbekommen haben. Aktuell ist es teilweise restauriert – soweit wir rausfinden konnten stammt die letzte Restaurierung aus dem Jahr 2013.

Ein wohl gehüteter lost place irgendwo in bella Italia! Wir haben das kleine Abenteuer sehr genossen!

P.s.: Falls Euch lost places gefallen, schaut euch gerne mal unseren Beitrag zum Monte Palace auf den Azoren an.