Es war in Königswinter …

… irgendwo davor und dahinter ?

Für unseren ersten Urlaubstag im schönen NRW haben wir uns eine Wanderung im Siebengebirge raus gesucht. Bei der Recherche sind wir auf einen kleinen Rundweg gestoßen, der uns, für den Einstieg, ganz reizend vorkam: Rund um den Stenzelberg.

Toller Plan – Nur… draus geworden ist was ganz anderes ?

Nach Ankuft am überfüllten Parkplatz zog es uns nicht auf den ebenfalls gut frequentierten Rundweg, sondern direkt querfeldein über einen kleinen Trampfelpfad, hoch auf den Stenzelberg (287m üNN).

Es geht schon wieder los

Oben angekommen war auch dort einiges los. Corona-Wochenende bei schönem Wetter… Wir waren wohl nicht die einzigen, die den seit dem 11. Jahrhundert als Steinbruch für Quarz-Latite gentutzen Berg, bestaunen wollten (Der Steinbruchbetrieb endete 1931).

Quarz-Lati(t)e(n) ?

Von hier oben kann man bei guter Sicht die schöne Aussicht auf Bonn genießen. Ganz weit hinten am Horizont waren sogar der Kölner Dom und unser Türmchen in Merkenich zu erkennen.

Blick vom Stenzelberg auf den Rhein und Bonn – mit dem dominierenden Post-Tower

Aufgrund des hohen Menschenaufkommens zog es uns nicht auf den Rundweg, sondern wieder auf die kleineren Schleichwege in den Wald.

Frank-i-lein ging allein ?

Unser schön gehegter Plan mit dem “kleinen Rundweg als Einstieg” löste sich also immer weiter auf! Auf der Karte entdeckten wir als erstes die Burgruine Rosenau – hört sich doch spannend an, also nichts wie hin. Hier verweilten wir dann auch ein paar Minuten länger in der angenehmen Mittagsonne.

Aussicht von der Burguine Rosenau auf Königswinter

Ein wenig desillusioniert, dass wir bis jetzt nur ein wenig “rumgegangen” sind, mußte ein Highlight her. Und als wir dann zwischen den Bäumen ein offensichtlich richtiges und intaktes Schloss sichteten, war der Entschluss gefasst: Da geht’s hin!

Schloss Drachenburg
Schwieriger als gedacht ?

Mit dem Ziel vor Augen flogen die Kilometer auch nur so dahin… und nach einer knappen Stunde waren wir am Schloss Drachenburg angekommen, das momentan leider für Besucher ge”Schloss”en ist.

Phantasialand?! ?

Erst am Schloss selber stellten wir fest, dass der Name “Drachenburg” anscheinend daher kommt, dass das Schloss am berühmten Drachenfels gelegen ist. Wie immer learning by doing! ? Das Schloss wurde übrigens erst 1884 erbaut. Der Erbauer Stephan von Sarter stammte ursprünglich aus einfachen Verhältnissen und war per Börsenspekulation zu sagenhaftem Reichtum gelangt. Wenn das mal keine Motivation ist ?

Da die Knochen noch nicht vollständig ermüdet und unsere Motivation noch nicht am Ende war, ging es dann natürlich auch noch rauf, auf den Drachenfels.

Schöne Aussicht auf den Rhein

Auch hier oben war es wieder ein wenig voll – aber zumindest wurde hier als “Takeaway” Radler und Fritz Cola verkauft. Also blieben wir doch eine kurze Zeit und genossen den Ausblick.

Moderne Architektur am Drachenfels

Da die Sonne sich allmählich dem Horizont zuneigte, war es Zeit den Rückweg an zu treten. Immerhin waren wir mittlerweile gut 5km von unserem Auto entfernt. Um nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, suchten wir uns einen neuen Weg durch den Wald. Gesucht, gefunden: Ein herrlich verschlammter Querfeldein-Mountainbike-Downhill-Trail! Genau unser Ding! ?

Dieser Trail hielt dann auch noch die ein oder andere Überraschung für uns bereit. Alte Betonruinen: Ich fand sie gruselig und Frank identifizierte sie als Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg.

Eindeutig – Weltkriegsüberbleibsel

Bei näherer Inspektion bekamen wir prompt Besuch von einer Gruppe Jungs, die den Eingang zu den unterirdischen Gemäuern völlig selbstverständlich und kiffenderweise für sich vereinnahmten. Durch ein kurzes Gespräch fanden wir von ihnen heraus, das es sich um den Ofenkaul handelt. Ein Bergwerk aus dem späten Mittelalter, das Steine für den Ofenbau (daher der Name) förderte. Und in der Tat wurde das Bergwerk im 3. Reich auch für die Fertigung von Flugzeugmotoren umfunktioniert. Spannend!

Die Grafitis sind wohl neuer als 1945

Ganz benebelt räumten wir den Eingang und zogen weiter ✌️ …

Im Gegensatz zum Hinweg zog sich der Rückweg deutlich… “Hufte” und Knie fingen an zu schmerzen, das Tempo verlangsamte sich zusehends und wir erreichten das Auto mit letzter Kraft kurz bevor es komplett dunkel war. Wie immer, perfektes Timing! ?

Umso schöner, dass unsere Airbnb-Unterkunft für heute dann noch ein schönes “Tapas-Abendessen”, mit Schnaps und einem guten Film für uns bereit hielt.

Jammi ? Beine hoch und Hufte schonen

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