What Eltz?

Nach zwei Tagen Moor (Krickenberger und Venn), haben wir uns gedacht: “What Eltz?”. Und in der Eifel waren wir während unseres Urlaubs auch noch nicht … Also ab dafür!

Nach einem ausgiebigen Frühstück … achso … das wisst ihr mittlerweile!? Ok, dann Zeitsprung auf 14 Uhr (ich hab doch gesagt ausgiebiges Frühstück – außerdem brauchte das Fahrrad ja noch etwas Pflege), Ankunft in Wierschem. Hier startet unsere heutige Tour: 13 km zu Fuß – rund um die Burg Eltz, stehen auf dem Programm.

Los geht es am Feuerwehrhaus – der Ärger über den Zwang des Lösens eines Parkscheins verfliegt schnell als der Preis 2€/Tag ist.

Feuerwehrhaus und der Beami im Hintergrund
Der Traumpfad … schaun wir mal, ob’s einer wird

Los geht’s über Feldwege … nicht sooo spannend, aber zum Glück geht’s auch schon bald auf kleinen Waldpfaden dem Eltzbach entgegen.

Abwärts in Richtung Eltztal

Und so streifen wir eine ganze Weile durch den Wald – ohne ein Anzeichen von der Burg Eltz. Die hat sich wirklich gut versteckt! Aber dann biegen wir um die Ecke nach einem kurzen Aufstieg und hinter einem Felsvorsprung steht sie da… mitten im Tal… auf einem Berg… Was ein anmutender Anblick! Da ist sie:

Der Felsvorsprung

Schon beeindruckend … eine völlig intakte Burg, aus dem 12. Jahrhundert. Noch dazu eine von drei Burgen der Eifel, die nie gewaltsam erobert wurde. Wobei, wenn ihr mich fragt, ist das nicht ganz richtig. Immerhin wurde sie in der Eltzer Fehde solange belagert, bis die Burgherren aufgeben mussten. Allerdings war der Bau einer in Sichtweite gelegenen Trutzburg und die Belagerungszeit von gut 2 Jahren nötig, um die Herren von Eltz zur Aufgabe zu zwingen.

Wir, bei der Belagerung 🙂

Witzigerweise ging es bei der damaligen Belagerung angeblich darum, dass der Erzbischof Balduin nur Gutes tun wollte. Sein Vorgänger hatte wohl einen etwas laissez-fairen Führungsstil und eine Bande von freien Rittern unter Führung von Johann von Eltz hatten folglich gewohnheitsrechtlich nur Spökes im Sinn (Behinderung von reisenden Kaufleuten und Warentransporten durch willkürliche Wegezölle und außergerichtliche Pfändungen, Gefangennahme und Geiselhaftung). Balduin, etwas strenger in seinem Führungsstil, wollte seinen Herrschaftsanspruch durchsetzen und Handelsreisenden freies Geleit garantieren können. Daher legte er sich in der Eltzer Fehde mit den freien Rittern, und damit auch mit Johann von Eltz, an.

Uneinnehmbar – die Höhenburg Eltz

Nach anfänglichen Angriffen mußte der Bischof die gewaltsame Eroberung aber wohl aufgeben und ging zur Belagerung über. Nach den oben erwähnten zwei Jahren war es dann auch schon vorbei – Johann durfte Burggraf bleiben, hatte aber ab sofort eine Reporting-Line zum Bischof, der somit für Recht und Ordnung gesorgt hatte. Wer den Krieg gewinnt, schreibt die Geschichtsbücher … 🙂

Große Enttäuschung

Interessantes Detail am Rande … die Belagerung der Burg Eltz im Jahre 1337 war der erste nachweisliche Gebrauch von Feuerwaffen auf deutschem Boden.

Auch wenn der Abstecher in die Geschichte super spannend war – wir mussten weiter! Es warteten noch einige Höhenmeter auf uns, ein schöner Sonnenuntergang und das Auto wollten wir dieses mal lieber im hellen erreichen.

Burg Eltz war schon bei km 5… also hatten wir noch knapp 8km vor uns.

Also die Hände in die Hand genommen und los!

Der offizielle Wanderweg
Für den Aufstieg werden wir aber auch prompt belohnt

Alles in allem, ein schöner, abwechslungsreicher Tag. Der Ausflug hat uns wirklich gut gefallen – zum Glück hatte sowohl die Burg, als auch keine Einkehrmöglichkeit auf – sonst wär es noch viiiiel später geworden 🙂

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