Jetzt sind wir schon fast eine Woche im Lechtal und haben noch auf keinem Foto die Lech gezeigt … daher starten wir heute mit einem Lech-Foto ? So sieht sie aus:

Und das war auch gleichzeitig der Startpunkt für unsere gestrige Tour. Ihr seht rechts den verschneiten Weg im Wald verschwinden? Da ging es lang. Es war gemüüütlich geplant – die “Bacher Sonnenseiten-Runde” mit 190hm, höchster Punkt 1.217m N.N.

Dabei kamen wir an der Jöchelspitzbahn vorbei die uns auf 1.800m hätte befördern können. Aber wie im Winter üblich, sollen Fußgänger für die Fahrt auf den Berg zwar den vollen Preis zahlen, sich dann oben aber auf “Hinsetzen und gastronomischen Verzehr” beschränken. Denn Spazieren gehen ist oben strengstens verboten, um die Skifahrer nicht zu stören … Wir lehnten dankend ab und haben uns weiter auf unseren gemütlichen Geh-Weg begeben.

Schnell ging uns aber ein Licht auf?, dass wir, wenn wir so zackig weiter marschieren, viel zu früh am Ende der geplanten Tour ankommen.
Es musste gehandelt werden und es musste kurzerhand eine Erweiterung für unsere Wanderung her. Also, Wanderkarte raus gekramt und geguckt wo man eine extra Schleife dran hängen kann. Gesucht, gefunden: 2km Strecke und 250 zusätzliche Höhenmeter waren schnell gefunden. Sollte immer noch gemütlich sein. Weiter gehts:


Eine der Abzweigungen haben wir dann prompt verpasst – und sind bei einem dürftigen Wasserfall gelandet, der sogar offiziell ausgewiesen, aber noch nicht mal eines Fotos würdig war ? … also kehrt-marsch und die Karte nochmal genauer studieren.
“An der Hütte da oben müssen wir rechts vorbei, also muss der Weg hier lang gehen, auch wenn hier kein Schild oder ein sonstiger Hinweis auf einen Weg ist – wir müssen den Berg genau hier hoch!” Gesagt, getan:

Und auch wenn wir nicht die “Allereinzigsten” waren die hier in den letzten Monaten gegangen sind (da waren noch 2, 3 weitere, schon wieder halb zugeschneite, Fußspuren), sollte sich diese Steigung als “der steilste Berg den Nina je gegangen ist” raus stellen. Zum Glück hatten wir 2 Stöcke bei – ohne die wär es wirklich schwierig bis unmöglich gewesen.
Nicht viel weniger spektakulär ging der Rest der Tour-Erweiterung weiter. Ein paarmal konnten wir den Weg nur erraten, und auch wenn die Steigung etwas nachließ war es trotzdem noch ordentlich 🙂

Mit einer durchschnittlichen Steigung laut Karte von 40-42% haben wir die zusätzlichen 200 Höhenmeter in 500m Strecke hinter uns gebracht und wurden oben von sichtlich überraschten Bergbewohnern begrüßt.

Und das scheinen nicht die einzigen Bewohner dort oben zu sein. Statt lediglich Heu-Schuppen vor zu finden, haben wir auch eine kleine schöne Sommerresidenz gefunden. Ohne fließend Wasser, Strom, WLAN oder auch nur normalem Handy-Empfang, aber mit Lagnese-Sonnenschirm und herrlicher Aussicht.

Beim Abstieg haben wir dann sogar wieder Beschilderungen gefunden … die eher wahllos, mitten auf einer Kuhweide stehend, in irgendeine Richtung gezeigt haben. Aber zumindest waren wir uns sicher, nicht gänzlich vom rechten Weg abgekommen zu sein.

Und so war der Abstieg ähnlich kurz und schmerzvoll wie der Aufstieg – was uns rechtzeitig zu unserer Ziel-Hütte brachte, wo wir eigentlich Abendessen wollten. Diese hatte sogar auf, jedoch war weder am Eingang, noch am Empfang, noch in der nur halb beleuchteten Gaststube, keinerlei Personal zu finden… nach kürzester Wartezeit sind wir unverrichteter Dinge wieder aufgebrochen … so weit wars auch nicht mehr bis zum Auto.
Das Restaurant im Tal „Zur Geierwally” war letztlich ein wahrer Gaumenschmaus! Hier kocht der Chef noch höchstpersönlich in liebevoller Handarbeit „13 Stunden stehe ich am Tag in der Küche.“ – und was sollen wir sagen, das schmeckt man auch!! ?


Das tolle Essen hatten wir uns nach der aufregenden Tour verdient, meint ihr nicht auch?