Heute starten wir auf 2.000m …Ziel 2.600
Auf geht’s



Wir haben ja nicht umsonst wieder eine Unterkunft mit schöner Aussicht gebucht. Deswegen war heute wieder Essen “à la maison” angesagt. Aber es lohnt sich ja auch einfach wirklich, allein wegen diesem herrlichen Panorama! Bon appetite!
Gestern Mittag haben wir unser zweites Quartier bezogen. Eine Unterkunft in einem Weiler*, ca. 100 m entfernt von einer Dorfstraße gelegen, die von Les Maulins ausgeht. Wir sind hier auf etwa 1100 m und der Wind ist wie immer eine willkommene Erfrischung bei sonnigem Wetter.
Yoshi ist bei der Inspektion der neuen Unterkünfte immer sehr neugierig und flitzt zackig in jede Ecke des Hauses und ist dabei äußerst gründlich… Er meint: Die Aussicht passt! 😉


So schön es dann aber auch sein mag – Einmal angekommen heißt es zack-zack das Auto ausladen, die Zimmer beziehen und ab in die Wanderschuhe, denn die Welt will erkundet werden!



Die Tour rund um den Weiler hat in Summe 6 1/2 Stunden gedauert und uns ca. 10.000 Schrittchen eingebracht. Es ging auch hier bergauf und bergab, über Stock und über Stein und auch mal über Kuh- und Pferdewiesen. Die Abkühlung im kalten, glasklaren Bach wird aber jedes Mal auf’s Neue zelebriert.

Nach getaner Arbeit blieb heute die Küche kalt und wir waren zur Abwechslung mal aus Essen. Das gestaltet sich aber am A-der-Welt mitunter schwierig. Google-Bewertungen kann man hier eher selten vertrauen. Der Versuch das angedachte Restaurant auf 1850 m zu besuchen endete vergebens – Geschlossen. Achso!? Tolle Wolle, aber da unten in dem Restaurant auf 1800 m brennt noch Licht! Lass’ mal dahin gehen….
Glück gehabt – Es war noch ein Plätzchen für uns frei!



So endete dieser Tag mit einem Abend voller Käse – Wir waren pappsatt, glücklich und zufrieden.
* Ein Weiler ist eine Siedlung, die aus wenigen Gebäuden besteht. Ein Weiler ist kleiner als ein Dorf, aber kompakter als eine Rotte und größer als eine Einzelsiedlung. Weiler waren in der Regel nie politische Einheiten. (Quelle Wikipedia)
Tja, und dann ist es schon so weit und unsere erste Station müssen wir leider schon wieder verlassen.

Es war wirklich sehr schön hier oben auf ca. 1000 m. Super Lage und der Ausblick einfach phänomenal! Und ganz gemäß Franks-Wetter-Taktik war es die letzten Tage richtig sonnig … und so haben wir sogar zwei Tage auf der Terrasse eingelegt, ganz ohne großes Wandern.

Also war Lesen, entspannen und Seele baumeln lassen angesagt. Natürlich sind auch immer die täglichen Touren mit Yoshi dabei, aber das ist ja ganz normales Gassi gehen 😉 Und dabei gab’s um die Ecke durchaus einiges zu entdecken: Den Bach in der Nähe (der immer für eine Erfrischung gut war), Nachbar’s Hunde und Katzen, die Dachse und freilaufenden Hühner … Für Hunde muss es ja nicht gleich ein 2.000er sein 🙂


Und “zuhause” gabs natürlich auch genug zum Aufpassen. Zum Glück haben wir Yoshi immer dabei – wer weiß was sonst alles schief laufen würde!



Es waren ein paar sehr, sehr schöne Tage in dem kleinen Dorf, oben auf ca. 1000m – Banderelle, mit vielleicht 10 bis 15 Häuschen. Klar, mit einer halben Stunde Serpentinen zum nächsten Lokal oder Geschäft muss man natürlich etwas voraus planen – aber wenn der Kühlschrank einmal voll ist, kann man bei dem Ausblick das Essen einfach genießen.

Aber – wie gesagt, Aufbruch zur zweiten Station ist angesagt. Es geht ein Stündchen weiter, wir bleiben aber den französischen Alpen treu.

Nach einer wirklich sehr (!) anstrengenden Anreise (ca. 3 Stunden Stau und Ankunft um ca 22 Uhr im Stock-Dunkeln), war heute unser erster Tag in Frankreich. Yoshi sei Dank, haben wir auch gar nicht erst zu lange geschlafen sondern konnten richtig schön früh die Aussicht genießen.

Mitten im Alpendorf war das “Morgen-Gassi” heute bereits eine halbe Bergwanderung. Es geht hier entweder zuerst steil-bergauf und dann steil-bergab, oder erst steil-bergab und dann steil-bergauf – geradeaus gibt es hier irgendwie nicht… Da wir gestern später als erwartet eingetroffen sind und heute zum Frühstück auch ein bisschen was auf’s Brot haben wollten, ging es für Frank mit einem anständigen Bergrennen bergab und wieder bergauf. (25 Minuten) Alpenpass vom Feinsten: Erster Halt beim nächstgelegenen “Baguette-Jaques”*, mit kurzen Pitstop im Carrefour und letzter Halt wieder zurück zum Haus.
Nach einem herrlich-ausgiebigen Frühstück ging es gut gestärkt dann so gegen 14 Uhr auf eine erste kleine Eingewöhnungs-Wanderung “um den Block” mit Steigungen bis um die 50 %.

Und wir hatten, nach anfänglichem Gemoser von Nina (muss man so hin nehmen, denn es ist einfach jedes Mal das Gleiche), jede Menge Spaß!




Leute, wir hatten einen schönen ersten Tag und es diesmal wirklich langsam angehen lassen. Morgen soll das Wetter etwas was besser werden. Wir lassen den Tag jetzt bei Kaminfeuer (hier oben sind es 8°C draußen!), schönstem Alpen-Panorama, französischer Salami und Wein ausklingen und planen die nächstgrößere Wanderung für morgen.
Au revoir!
* Gemäß eigener statistischer Erhebungen heißen 89,7 % der gesamten französichen Bevölkerung “Jaques“.
Als wir die Wanderung auf der Mile geschafft hatten, sollte es für uns (eigentlich) nach Hause gehen. Doch wie es der Zufall wollte, zog es uns noch mal ans Meer. Statt nach rechts ab zu biegen und die Straße Richtung Unterkunft zu nehmen, ging der Blinker nach links und ‘Schwups’ waren wir unterwegs “noch mal kurz das Meer gucken”.
Es war schon relativ spät und die Sonne stand schon recht tief – Ein wirklich wundervolles Licht! Somit entschieden wir uns auf ein Gläschen Weißwein in der zum Glück noch geöffneten Strandbude.

Begrüßt wurden wir mit einem trockenen aber dennoch freundlichen “Hi, come in!” von dem Mann hinter der Theke. Auf unsere Frage, ob wir wohl etwas zu trinken bekämen antwortete er mit einem Grinsen im Gesicht: “I have not much. Do you want a wine? White wine?” Das war für uns völlig fein! 🙂 Und so saßen wir noch eine ganze Weile mit einem sehr vollen Glas lecker fruchtigem Weißwein, bei herrlichem Wetter, mit Yoshi und guter Laune auf der Terrasse mit Blick auf das Meer. Auf das erste Glas, folgte dann selbstredend das Zweite…

Auf die Frage “Soll ich mal fragen gehen, ob man hier auch etwas essen könnte!?”, antwortete ich wie gewohnt mit einem eher zögerlichen “Hmmm, meinst du wirklich!?” und ‘Zack’ hatten wir mit Lieferung des zweiten Glases Weißwein ein Plätzchen zum Diner.

Was in der “Strandbude” geschah – Der Mann und Frank unterhalten sich:
Frank: “Is this a regular restaurant?”
Der Mann: “No.”
Frank: “So … what is the concept?”
Der Mann: “You need to book days ahead. I only cook fish. You bring your own wine. You dont know what you get. You dont know what it costs.”
Frank: “Great – we like it. When can we book for 2 people and a little dog?”
Der Mann: “Wednesday at 7 pm.”
Frank: “Perfect, see you then!”
Das Gespräch war etwas ruppig, aber trotzdem mit einer sehr sympathisch patzigen Art umschrieb er sein Konzept und das Degustationsmenü. By the way: Ein Konzept das uns bereits zum vierten mal begegnet und mit dem wir ausschließlich sehr (!) gute Erfahrungen gemacht haben. Sollte es dieses mal wieder so sein?

So kam es, dass wir am Mittwochabend in den Hochgenuss exzellenter (!!!) Kochkünste und feinsten (!!!) Zutaten kommen sollten – Aber seht selbst:


Wieso Kaviar aus Katalonien? Die einfache Antwort des Chefs: ” It’s the best Kaviar!” 😀

Das “Restaurant” besteht aus nur einem kleinen wohnzimmerähnlichen Raum mit zwei Tischen – für 6 bzw. 8 Personen. Wir fanden uns mit internationalen Gästen (Süd-Dänemark, Kanada, Deutschland) an einem Tisch wieder. Allesamt langjährige Besucher der Gegend und der Strandbude. Über Gespräche mit unseren Tischnachbarn fanden wir dann auch heraus, wieviel Glück wir wirklich hatten!: Der Koch ist ein früherer Sternekoch, das Restaurant somit ein echter Geheimtipp und üblicherweise über viele Wochen ausgebucht.

* Aus einer Raupe wird ein Schmetterling – Oder aber: Aus einer Strandbude wird ein Sterne-Restaurant! Wie es der Zufall eben wollte, als wir nach links statt nach rechts abgebogen sind – Noch mal eben zum Strand! 🙂
Was bleibt ist eine Erinnerung an einen wundervollen Abend, mit einem wundervollen Chef, wunderschönem Ambiente, wunderbarer Atmosphäre, wundervollem Essen, einem sehr gut ausgesuchten Weißwein und freundlich-geselligen Menschen aus Dänemark, Mainz und Kanada!
Die Location ist ein echter Geheim-Tipp und soll es auch bleiben – Wer suchet der findet! Viel Erfolg und kleiner Tipp: Vielleicht demnächst öfter mal nach links abbiegen 😉
Ein weiterer interessanter Hotspot in Norddänemark ist Grenen. Dies ist dann wirklich die absolut oberste Nordspitze von Dänemark und der Ort, wo die Nord- und die Ostsee ineinander fließen.

Und das kann man auch wirklich live beobachten… zumindest an dem Tag, an dem wir da waren. Da kommen wirklich Wellen von zwei Seiten an, die genau (!) an der nördlichsten Spitze aufeinander treffen. Das kann doch kein Zufall sein!? Auf dem Bild oben ist es schon ganz gut zu erkennen, in Natura ist es aber noch mal deutlich beeindruckender!
Wir haben uns das Naturschauspiel eine Zeit angeguckt, und es uns dann in der Nähe der Dünen kurz bequem gemacht.

Zum nördlichsten Punkt von Dänemark kommt man vom ca. 1,5 km entfernten Parkplatz über zwei Wege. Einmal direkt am Ostsee-Strand vorbei: Diesen, für die Menschenmassen bevorzugten Weg, haben auch wir genutzt. Der Punkt ist bei Touristen wirklich ziemlich beliebt und so kamen wir “in den Genuss” in diesem Urlaub das erste Mal richtig viele Menschen zu sehen.

Und dann gibt es da noch einen zweiten Weg. Das ist auch der Weg, der von dem Trecker befahren wird, der einen wahlweise direkt an die Spitze und/oder auch wieder zurück zum Parkplatz fährt. Da wir nicht zweimal den gleichen Weg gehen wollten (zweimal am Ostsee-Strand vorbei), haben wir uns für den Rückweg für den etwas längeren Weg durch die Dünen entschieden.

Hier aber ein guter Rat, sollte jemals jemand von euch hier hin kommen: Tut das nicht! Auf der Karte oben haben wir die Strecke als “Dangerzone” betitelt – und das mit Recht! Die Dangerzone führt durch ein Sumpfgebiet! Die Strecke ist gut eingefahren und man kann dadurch sehr gut in den Spurrillen gehen. Soweit, so gut – Aaaber es gibt dort Trillionen von Monster-Mücken! Diese fliegen echt in Schwärmen hinter einem her. Man ist ständig damit beschäftigt eine Mücke im Landeanflug kaputt zu schlagen. Sogar Yoshi wurde so stark belästigt, dass er irgendwann anfing zu laufen. Wir haben dann einfach das gleiche getan und sind alle drei zum Auto gerannt … und das übrigens Barfuß! Die kurz angedachte Pause zum anziehen der Schuhe ist nach weniger als 10 Sekunden direkt wieder abgebrochen um die “Flucht vor den Mücken” fort zu führen.

Wir waren also seeeehr (!) froh, als wir zurück im Auto waren. Nina hatte lange Klamotten an und wurde daher nicht gestochen – Auf ihrem Hut konnte sie allerdings der ein oder anderen Mücke eine gratis Fahrt durch das Sumpfgebiet ermöglichen – Und Frank konnte dank kurzer Hose und T-Shirt mindestens (!) 100 Mücken erschlagen und konnte am Ende der Strecke nur 4 Mückenstiche “für sich” verbuchen! Das Summen der Mücken werden wir wohl nicht so schnell vergessen! 😉
Über die Wanderdünen hier im hohen Norden von Dänemark haben wir ja schon geschrieben und dass sie ganze Wälder “auf fressen”. Aber sie machen auch nicht vor Gebäuden halt. Ein solches Objekt wollten wir uns gestern mal etwas genauer angucken.

Hoch im Norden steht die “tilsandede Kirke“. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Mit 38 Kirchenbänken war die Kirche damals die größte in der obersten Spitze von Dänemark.
Um 1770 erreichte das Sandtreiben der Wanderdünen die Kirche und sammelte sich zunächst an der Friedhofsmauer. Nach einem heftigen Sturm im Mai 1775 konnte der Eingang der Kirche nur noch durch ständiges Sandschaufeln freigehalten werden. Daher gab die Gemeinde die Kirche 1795 auf. Das Kirchenschiff wurde 1810 abgerissen, auf königlichen Erlass hin wurde der Turm jedoch als Seezeichen bewahrt.
von wikipedia

Und tatsächlich ist die Kirche schon von weitem zu sehen. Wir wundern uns ein wenig – weil soooo sehr eingesandet ist die nun auch nicht. Im inneren steht, dass der aktuelle Kirchenboden ca 20cm über dem damaligen Kirchenboden liegt … da stellt sich doch die Frage, wieso die nicht einfach weiter die Schüppe geschwungen haben, oder?
Allerdings haben wir auch irgendwo gelesen, dass die Befestigung der Dünen, durch z. B. bestimmte Pflanzen, wohl erst später angelegt wurde … vielleicht war es ja damals wirklich schlimmer!? 🙂

Also bis heute nur 20 cm eingesandet… Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem, denn man kann den Turm sogar besteigen. Ein wenig Mut gehört schon dazu, alles sieht stabil gebaut aus, aber teilweise ist es schon sehr eng und die Stufen sind bereits rutschig von den ständigen Auf- und Abstiegen.

Und wenn man sich durch die ganzen Schwalben, die sich im Turm eingenistet haben, einmal durchgeschlagen hat, dann hat man auch eine sehr nette Aussicht.



Wie es an dem Tag weiter ging erfahrt ihr in einem neuen Post!