Dienstag: Der Wecker klingelt, wir müssen früh aufstehen um unseren Flug von Flores nach São Miguel zu bekommen. Beim Frühstück packen wir uns noch zwei von diesen super leckeren Küchlein ein und dann geht es mit voll beladenem Auto auf zum Flughafen. Am Flughafen gibt es erst eine Durchsage, dann eine Zweite und dann eine Dritte: Unser Flug ist gecanceled!
Wegen Schlechtwetter! Ne, oder!? Doch! Kein Scherz! Wir wurden aber freundlicherweise auf den ersten Flug am Donnerstag (t0+2d) gebucht. Echt jetzt!? Ja! Ähm, ne!? Nicht mit uns! Oder besser gesagt, nicht mit Frank! ? Am Ende war dann aber auch mit ausgetüftelter Gesprächsführung nichts zu machen, denn es ging kein Flieger mehr nach Flores, oder von Flores weg.
Fazit: Wir sitzen auf Flores fest!
SATA(n) spendierte uns großzügig ein Hotel mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen! Also nahmen wir auch alles in Anspruch und haben uns seit langem nicht mehr so gemästet gefühlt. Toll! ??
Mittwoch: Nachdem der Wecker ging wurde der Wetterbericht und die SATA(n) Homepage gecheckt: Wetter wird besser, 2 Plätze verfügbar! Also Attacke: Reiseveranstalter klein geredet (in Kurzform “Gummi geben” ?) und nach einem 5min Sprint-Schlemmerfrühstück (jetzt aber zacki-zacki) auf zum Flughafen, denn wir dürfen boarden! Woohoo!
Auf “den Schock am Morgen” gab’s dann vor der Gatecontrol erstmal 1,5 Liter Cola und 1 Liter Wasser zu verzehren, denn es soll ja nichts verkommen! ? Mit ca. 15min Verspätung und voll gefüllter Blase ging es dann um etwas nach 12 Uhr Ortszeit auf Richtung São Miguel.We made it! ?
Das Hochland von Flores ist eine gewaltige Seenplatte, gegliedert durch zerfurchtete Gebirgszüge und ebenmäßige Vulkankegel. Eine Rundfahrt über dieses einmalige Plateau bleibt unvergesslich …
Autofahrer unter sich – Hier wird sich noch gegrüßt!
Die sieben (portugiesisch: sete) Seen im Überblick: Branka, Seca, Comprida, Negra, Rasa, Funda, Lomba
… Sie alle entstanden bei gigantischen Explosionen, bei denen heißes Magma mit dem Grundwasser in Kontakt kam. Unvorstellbar was hier mal los gewesen sein muss!
Unser letzter See auf der Liste, der Lagoa Lomba, überraschte uns mit erstaunlich wenig Wasser und glich eher einer braun-grünen und sehr kargen Steppe als einem satten, grünen Kratersee… Dies hat rein gar nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern vielmehr damit das die Regenzeit noch nicht begonnen hat – Gut See braucht eben Weile! ?
Wir sind besonders fasziniert von diesen beiden Exemplaren: Dem Lagoa Rasa (10 Hektar groß, 16 Meter tief) und dem Lagoa Funda (35 Hektar groß, 22 Meter tief). Wunderschön in das Meer-Panorama eingebettet liegen sie da und zaubern uns ein breites Lächeln ins Gesicht! Einfach atemberaubend schön und unvergesslich!
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… Da wir auf Flores gesamt 6 Tage eingebucht hatten, hatten wir unbeschreiblich viel Zeit uns jeden See ausgiebig an zu schauen. Sicherlich können die Seen auch an einem Tag easy abgeklappert werden.
… Heute war ein entspannter Tag. Flores ist nicht so groß, dass man sich hetzen müsste um alles zu sehen wenn man 6 Nächte bleibt. Im Gegenteil: irgendwie begegnet man an den verschiedensten Stellen auf der Insel immer wieder den gleichen Leuten.
Wir haben es entspannt angehen lassen. Also auf zum Whale-Spotting:
So eine Tour dauert schon mal 3 Stunden 😉 Gesichtet haben wir keine Wale. Aber das Wetter war schön und so haben wir es lange ausgehalten 🙂
Ein anderes Natur Phänomen das auf den Azoren nur einmal vorkommt ist Rocha dos Bordões.
Wenn Lava schnell abkühlt bildet sie solche senkrechten Basalt Säulen. Findet ihr nicht auch, dass das irgendwie aussieht wie ein 570.000 Jahre alter Bartenwal? Dann haben wir also doch noch einen gesehen 🙂
Und zum Abschluss gab es noch einen gewaltigen Sonnenuntergang in unserem Garten.
DerCascata do Poço do Bacalhau ist ein Wasserfall, der aus einer Höhe von etwa 90 Metern in einem Teich mündet.Alte Bewässerungssysteme der damaligen Bauern werden dabei heute noch genutzt um das Wasser ins Meer abzuführen, oder für das angrenzende Dorf zu nutzen.
Während der Wasserfall in der Regenzeit sehr aktiv und wuchtig ist, wird er im Sommer nur auf ein Rinnen in den Teich reduziert und wird dann häufig und gerne zum Baden genutzt.
Wir hatten also wahnsinnig viel Glück mit dem Regenwetter der letzten Tage und konnten das Schauspiel der herabfließenden Wassermassen* ausgiebig beobachten! ?
*Der Wasserfall wird aus den Bergen der Inselmitte gespeist, die sehr häufig mit Wolken bedeckt sind.
Gestern hatten wir leider nicht so viel Glück mit dem Wetter ? Dafür wurden wir heute um so mehr mit Sonnenschein ☀ beschenkt. Seht selbst!
360°-Bild
Lagoa Comprida (links, grün) & Lagoa Funda (rechts, schwarz) Die beiden Kraterseen liegen auf einer Höhe von etwa 560 Meter, auf Augenhöhe, direkt nebeneinander. Sie liegen im Naturschutzgebiet Reserva Natural do Morro Alto e Pico da Sé und sind Teil der Landschaft der Sete Lagoas („Sieben Seen“), die im Hochland von Flores liegen. Der dunkle, schwarz anmutende Lagoa Comprida ( „langer See“) ist 4,5 Hektar groß und 17 Meter tief. Sein grüner Nachbar, der 13 Hektar große Lagoa Funda (“tiefer See”) ist mit seinen 105 Metern Tiefe, der mit großem Abstand tiefste Kratersee der Azoren. Welch Ironie, dass der grüne Lagoa Funda hier auf Flores auch Caldeira Negra genannt wird, was soviel bedeutet wie “schwarzer Kessel” ?
“Team Grün”, oder “Team Schwarz”? Welcher Kratersee gefällt euch besser?
Jetzt sind wir auch in unserem Häuschen auf Flores angekommen. Wir haben einen eigenen, großen Garten. Grillplatz mit Blick auf den Sonnenuntergang UND auf die “Attraktivitäten” der Insel: die Wasserfälle. Aber seht selbst im 360° Rundumblick.
Wenn ihr die (i)s anklickt, vergesst nicht die Info über das rote (x) oben rechts wieder zu schließen. Achja – und geht gerne über die Vollbildfunktion, dann kommt die ganze Pracht erst richtig rüber ?
Ab dem 18. Jarhundert bis 1987 wurde Walfang auf Pico betrieben. Zentrum für den Walfang war der damalige Hauptort von Pico: Lajes (heute ist es Madalena). Gejagt wurden ausschließlich Pottwale, weil diese das meiste Öl im Kopf hatten!
Ein ausgewachsener Pottwal enthält ca. 2,5t Öl in seinem Spermaceti, eine Art akustische Linse, welche ihn bei der Echoortung seiner Beute unterstützt.
An Land, in einem Ausguck, waren tagtäglich die Späher positioniert. Entdeckten sie einen Pottwal (zu erkennen am entsprechenden Blas), wurde Alarm geschlagen. Die (mutigen) Walfänger des Orts liefen dann blitzschnell zum Hafen, wo schon die fertig präparierten Boote auf sie warteten – ähnlich der heutigen freiwilligen Feuerwehr. Denn “eigentlich” gingen die Walfänger auch noch anderen Berufen nach, z.B. waren sie Barbiere, Bäcker, Bauern, oder Fischer. Jetzt, wo ein Pottwal in Sicht ist, war endlich Action angesagt. Auf kleinen, “handbetriebenen” Ruderbooten wurde den Walen nachgestellt. Motorboote wären zu laut gewesen und hätten die Wale vertrieben bevor die Männer in Wurfreichweite gewesen wären.
Hättet ihr euch so ein Walfangboot im Jahr 1987 vorgestellt?
Die Jagd selber passierte ausschließlich mit handbetriebenen Harpunen und Waffen. Zuerst wurde der Wal mit einer Harpune “fixiert”. War er getroffen, ging er erst mal in Panik auf Tauchstation. Dies konnte schon mal bis zu einer Stunde dauern. Genügend Seil musste mit an Bord sein, um nachgelassen werden zu können, denn bei Tauchtiefen von bis zu 1.500 m hätte der Wal das Boot samt Walfängern spielend leicht mit in die Tiefe reißen können …
Wenn der Wal nach seinem Tauchgang wieder zum atmen auftauchte, wurde er mit zahlreichen Speeren attackiert, bis er schließlich aufgab und starb. Der tote Wal wurde abschließend mit einer Flagge (ähnlich Käsepicker) markiert. Die Arbeit der Walfänger war damit erledigt. Zum Abschluss wurde der Sieg über den erlegten Wal mit einem Schnaps, noch auf dem Boot, begossen. Der vom “Käsepicker” markierte Wal wurde schlussendlich mit einem Motorboot auf dem Meer eingesammelt und in den Hafen gehievt. Diesen Kraftakt hatte man im Laufe der Zeit dann doch der moderneren Technik überlassen. An Land wurde der Wal verarbeitet – am begehrtesten war das erwähnte Öl, welches hauptsächlich für die Lampen auf den Inseln gebraucht wurde – immerhin gibt es hier Elektrizität auch erst seit 30 Jahren…
Hautnah zu erleben ist all dies im Walfänger Museum von Lajes. Zwischen all den echten Harpunen, Speeren und Fischerbooten, die damals im Einsatz waren und all den Portraits der stolzen (bereits verstorbenen) Walfänger aus der Vergangenheit, die in einem goldenen Rahmen für die Nachwelt festgehalten werden, wird uns ganz mulmig… Untermauert durch einen Film der die Jagd mit Witz als vergangene Tradition zeigt, können wir wirklich nur schwer mit ansehen wie ein solcher Gigant des Meeres hilflos und um sein Leben bangend, flieht und am Ende verliert!
Gut also, dass der letzte Wal auf Pico 1987 getötet wurde. Das Ende des Walfangs, initial eingeleitet bereits 1850 durch die Erschließung des Erdöls, erkannte auf Pico der Franzose Serge Viallelle als Chance und gründete Espaco Talasso. Die Whale-Watching Station übernahm nahtlos die arbeitslosen Walfänger um fortan Touristen den riesigen Meeressäugern näher zu bringen. Dieser guten neuen Tradition folgend, sind auch wir dem Ruf der Wale gefolgt …
Der Tag neigt sich dem Ende zu, es wird Abend auf Pico! In Echtzeit kaum wahrnehmbar, im Zeitraffer ein eindrucksvolles Spektakel: Wolken entstehen in dieser wundervollen Kulisse zwischen der Insel Pico und der Insel São Jorge. Seht selbst! ?
Hier noch etwas Internet-Wissen:
… Die Kraft der Sonne heizt das Land und das Wasser an der Oberfläche auf. Durch die Wärme verwandelt sich ein Teil des flüssigen Wassers in gasförmiges Wasser: Es verdunstet. Weil warme Luft leichter ist als kalte, steigt sie auf. Kühlt die feuchtwarme Luft nach oben immer weiter ab, sammelt sich das überschüssige Wasser als Tröpfchen rund um winzige Staub- oder Rußteilchen. Man sagt auch, das Wasser kondensiert. Noch sind die Tropfen so klein und leicht, dass sie in der Luft schweben. Eine Wolke ist entstanden. …
Unschwer ist zu erkennen, dass unser Bibo seine “Flügel” abgeworfen hat… Leider hat “er” beschlossen seinen Gimbal nicht mehr einsetzen zu wollen, qualitative Aufnahmen sind somit unmöglich.
Alle Tests ohne Erfolg!
Und das bereits auf der ersten von vier Inseln… was ein Ärger!!!! ?